Sternenlicht Schafgarbe
Auch die Schafgarbe zählt im biologisch-dynamischen Anbau zu den Pflanzen, die gemeinsam mit Kamille, Brennnessel, Löwenzahn, Baldrian und Eichenrinde zur Herstellung der sogenannten Kompostpräparate verwendet werden. Die Blüten werden im Juni im Morgentau geerntet.
In zahlreichen Seminaren, die sich mit den Pflanzen der Kompostpräparate beschäftigten, fragten Teilnehmende, wie man die Schafgarbe erkennen könne. Hat man sie einmal identifiziert, scheint sie allgegenwärtig zu sein. Wer sie kennt, entdeckt sie fast überall auf den Wiesen. Im Frühjahr strecken sich frischgrüne Blätter in kleinen Büscheln dem Licht entgegen. Sie sind charakteristisch gefiedert, kompakt und wirken fast etwas ledrig, wobei die jungen Blättchen einen sanft bitteren Geschmack verströmen.
Wenn die Blütenkörbchen erblühen, erstrahlen die Wiesen in einem zarten Weiß mit gelblichen und leicht rosa Schattierungen. Die Blütenkörbchen sitzen dicht gedrängt an einer Rispendolde. Zungen- und Röhrenblüten werden von Hüllblättern umgeben, die im Gegensatz zur dichten Anordnung weit nach außen ausstrahlen – ein einladendes, offenes Erscheinungsbild.
Ich schätze besonders den Übergang von den Blüten zum Samenstand. Die ehemals grünen oder weißen Blätter leuchten im Sonnenlicht fast golden. Der Blütenstand wirkt nun etwas zerzaust und unscheinbar. Aus der Ferne erscheint er trocken und verblasst, doch aus der Nähe offenbart sich eine faszinierende Vielfalt an Formen, die auf vielen Wiesen den ganzen Winter über zu bewundern ist.





Atme in uns Erde,
stärke dich im Licht,
sehne dich im Glanz,
vom Morgenrot zum Morgenrot.
Begegnet uns Kristalle,
flüchtig im Tau,
fest im Gestein,
geschmeidig, fließend im Wandel.
Im Atem, im Leben, im Wandel,
ein Hauch der Gedanken.
Nimm sie an in unser Wesen.
Nimm sie an und gebe
der Erde Atem.
Simone Helmle
Im Übergang zum Spätsommer erinnert mich die Schafgarbe an funkelnde Sternenlichter. Manche Wiesen erstrahlen in einem warmen, goldenen Glanz.



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